FCN Panikmodus bei den Clubfrauen?
Trainerwechsel im Saisonendspurt
Starke Hinrunde
Mit Siegen gegen den Hamburger SV (2:1), Freiburg, Jena und Frankfurt haben die ClubFrauen in der Hinrunde eigentlich einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz (HSV) betrug satte acht Punkte. Mit 15 Punkten stand man zum Hinrundenschluss auf einem respektablen 9. Platz.
Damals orakelte ich kurz vor Ende der Hinrunde: „Gelingt im nächsten Spiel (am 07.12.25 um 18:30) auch noch ein Sieg über den derzeitigen Tabellenletzten SGS Essen, hätten wir bereits so viele Punkte wie am letzten Spieltag der Abstiegssaison 2023/24, also sollte nicht mehr allzu viel schiefgehen. Aber hey, wir sind der Club!
Ja, wir sind der Club!
Anders die Rückrunde, in der dann fast nichts mehr funktionierte. Die Niederlage gegen Union Berlin ist der Anfang, in der Folge gelingt nur noch ein Unentschieden gegen Bremen und als kleines Zwischenhoch der deutliche Sieg gegen Jena. Nach 15 Punkten in der Hinrunde kamen bisher nur 4 (!) weitere hinzu. Die meisten Spiele, gerade gegen Mannschaften auf oder nahe der Augenhöhe sind zwar knapp, aber werden dennoch verloren. Vielleicht auch, weil das Spiel der Cluberinnen längst entschlüsselt war. Hält man Nassi Lein in Schach, gelingt dem Club nicht viel. Ein spielerischer Ansatz ist nicht mehr vorhanden, das Rezept ist der lange Schlag auf unsere schnelle Offensive und das Prinzip Hoffnung.
Klares Profil für die Bundesliga: kampfstarke Kontermannschaft
Ein Resultat des Lernprozesses aus der letzten Bundesligasaison war die klare Anforderung, die Mannschaft durchsetzungsfähiger und widerstandskräftiger zu machen. Das hat zunächst auch gut funktioniert, basierte aber auch auf einem hohen, aggressiven Pressing. Dann können auch überfallartige Angriffe eingeleitet werden. Greift das Pressing nicht richtig, scheint man aber hilflos zu sein, weil man scheinbar jeden spielerischen Ansatz über Bord geworfen hat. Dabei spielte man in der Aufstiegssaison doch noch dominanten Ballbesitz-Fußball, also erzähle mir keiner, dass die Clubfrauen nicht kombinieren könnten…
Gegen Topmannschaften schlägt man sich achtbar…
…weil hier das aggressive Verteidigen wirkt. Teams, die sehr hoch stehen, sind eben auch anfälliger für Konter. Frankfurt musste das in der Hinrunde leidvoll erfahren, werden sich aber sicherlich nächste Woche nicht noch einmal so düpieren lassen. Wie auch gegen Bayern, wo man lange das Spiel offen hält. Aber letztlich setzt sich Qualität eben durch, so dass nichts Zählbares bleibt, ja oftmals am Ende auch die Dämme brechen.
Aber was tun, wenn die Gegnerinnen abwartend und eher defensiv spielen? Langer Schlag in ein dichtes Mittelfeld, in eine Innenverteidigung? Wer soll solche Bälle verarbeiten? Hier rächt sich dann der Verzicht auf eine Zielspielerin, wie Medina Desic, die man weggeschickt hatte. Ja, tatsächlich weggeschickt, weil man einen anderen Ansatz etablieren wollte. Vielleicht hätte sie gegen den HSV helfen können…
Tiefpunkt gegen den HSV
Auch wenn man in der Zusammenfassung nicht sieht, wie schlecht das Spiel eigentlich war, musste man in voller Länge feststellen, dass die Cluberinnen ohne jede Inspiration, ohne Plan und ohne Konzept gegen einen biederen HSV aufgetreten waren. Spielaufbau Fehlanzeige, nach zwei oder drei Pässen in der Innenverteidigung wurde der Ball nach vorne geklopft, in der Hoffnung, dass Nassi Lein etwas damit anfangen kann. Konnte sie tatsächlich ab und an, aber für eine echte Torchance reichte es dennoch nicht, nur ein paar Halbchancen. Dabei darf man Lein überhaupt keinen Vorwurf machen, sie mühte sich redlich uns schier unermüdlich. Aber im Grunde fast schon eine Zumutung, ihr die ganze Bürde aufzulasten.
Schwer zu sagen, ob das Vorgabe war oder ob die Mitspielerinnen einfach keine Verantwortung übernehmen wollten, aber was trainiert der Trainer eigentlich? Nicht im Ansatz ein Kombinationsspiel, gefühlt kommt kein Pass an, der letzte Pass geht sowieso grundsätzlich zu den Gegnerinnen. Resultat: eine unterirdische Passquote von 47% bei 35% Ballbesitz. Die Hamburgerinnen kombinieren tatsächlich sichtbar besser und erreichen immerhin eine Passquote von 71%. Wohlgemerkt, ein Team, das 4 Punkte weniger auf dem Konto hatte und personell sicher nicht stärker besetzt ist.
Logische Konsequenz: Trainerwechsel
Auch wenn es bei den Frauen fremd anmutet, weil dort immer eine hohe Kontinuität herrschte, aber diese Reaktion war aus meiner Sicht notwendig und nachvollziehbar. So eine desolate Teamleistung habe ich noch nie in einem Fußballspiel ertragen müssen. Ich hatte zwar erwartet, dass Osman Cankaya selbst in den Ring tritt, denn immerhin führte er ja einst die Frauen in die erste Liga (Mutig bis zum Schluss), aber auch die Entscheidung für Isabel Bauer, Trainerinnentalent und Eigengewächs, früher auch selbst Spielerin, ist nachvollziehbar. Vor 5 Monaten erst hat sie auch die UEFA A-Lizenz erhalten (als einzige Frau ihres Lehrgangs) und war bisher eher für Spielanalyse zuständig, hat aber als Chefin auch schon die U19 zum Aufstieg geführt. Ich finde es gut, dass man ihr die Chance gibt und wünsche ihr viel Erfolg!
Panikreaktion oder eingehende Analyse?
Osman Cankaya zur Trainerwechsel: „Die Entscheidung basiert auf einer intensiven und längerfristigen Analyse der sportlichen Entwicklung und Perspektive der Mannschaft. Dabei mussten wir feststellen, dass es uns nicht gelungen ist, die notwendige Stabilität sowie gesetzte Maßstäbe konstant zu erreichen. Es ging uns bewusst um die Gesamtbewertung der aktuellen Situation. Mit Blick auf die letzten Spiele halten wir es daher für notwendig, einen klaren Impuls zu setzen…“
Ich weiß nicht, ob diese Kommunikation zur aktuellen Lage passt, den angesichts der Situation mit 3 verbliebenen Spielen, davon eines das „Endspiel“ gegen Essen, wirkt die Maßnahme doch eher nach Angst vor dem Scheitern, aber ich finde schon, dass die Situation schon länger unbefriedigend ist. Solange der Ligaerhalt gesichert schien, scheute man sich wohl vor einem vorzeitigen Wechsel, aber ich denke, den Vertrag mit Oostendorp hätte man ohnehin nicht mehr verlängert.
Hat Oostendorp sich abgenutzt?
Ich war aber ohnehin nicht völlig von Oostendorp überzeugt, der glatte Aufstieg und die gute Hinrunde kamen für mich eher überraschend. Wir haben seit jeher zu viele leichte Ballverluste und ein viel zu schlechtes Passspiel. Wir wirken nach so langer Zeit trotzdem nicht eingespielt, obwohl das Team im Kern zusammengeblieben ist. Dagegen hat die Intensität meistens gestimmt. Immerhin. Gegen den HSV fand ich allerdings auch diese zu wenig. Schwer zu sagen, ob sich der Trainer verschlissen hat, dazu fehlen mir die Internas. Aber ich habe vor längerer Zeit mal ein Training besucht, das ich seltsam langatmig fand. Zu viel Leerlauf, immer wieder standen Spielerinnen rum, ich habe so den richtigen „Zug“ vermisst. Vielleicht kann ja jemand etwas zu neueren Trainingseindrücken sagen.
Fehler im Wintertransferfenster?
Die Abgänge von Wos und Rusek wurden als alternativlos verkauft, aufgrund der guten Einnahmen, aber ihr Fehlen als defensive Fixpunkte hat sich womöglich gerächt. Rusek wird zwar von Romero ordentlich ersetzt, aber ich denke, ihre positiv verrückte Art fehlt auch in der Kabine. Wos wirkte weniger integriert, aber sportlich einfach wichtig. Nicht nur in der Defensive, auch mit starken Standards und beim Spielaufbau.
Varley ist mit ihrer Körperlichkeit in der Luft und auch am Boden eine echte Waffe, die ihre Gegnerinnen manchmal einfach abräumt, aber im Spielaufbau fehlt es eben noch. Emöke Papai dagegen scheint schon eine Verstärkung zu sein, aber bei diesem Spielansatz kommt sie einfach nicht zur Geltung. Romero hat mich positiv überrascht. Ich fand ihren Pokalauftritt nicht gut, weil sie für mich an den Gegentoren mit Schuld war, aber im Ligabetrieb macht sie es sehr ordentlich.
Schwerer wiegt vielleicht das Verletzungspech, dass mit Fröhlich nicht nur eine starke Verteidigerin, sondern auch unsere beste Fußballerin in der IV ausgefallen ist, und zeitweise auch Fördös. Gerade Fröhlich hätte ich als annähernd gleichwertigen Ersatz für Wos angesehen.
Woran hakt es also?
Letztlich denke ich, unser Problem liegt nicht beim Personal, sondern beim System und somit war der Trainerwechsel alternativlos. Ich hoffe Isabel Bauer kann wieder ein wenig Spielkultur und dadurch vielleicht auch Spielfreude vermitteln. Und Mut, mit dem Ball zu spielen, anstatt ihn möglichst schnell wegzuschlagen. Gerade Lein sah man im HSV-Spiel auch an, wie frustriert sie war.
Wie geht es weiter?
Gut ist, dass die Mädels zuerst gegen Frankfurt antreten müssen, so hat man etwas Zeit für neue Trainingsinhalte und kann vielleicht auch manches im Ernstfall testen, bevor das Endspiel gegen Essen folgt. Gewinnt man das, dürfte der Klassenerhalt besiegelt sein, vielleicht reicht auch ein Unentschieden. Allerdings hat Essen das deutlich „leichtere“ Restprogramm. Aber was ist schon leicht, wenn man auch nur 6 Punkte in der Rückrunde gesammelt hat.
Ja, man steht noch 4 Punkte vor Essen und einen vor dem HSV. Aber wer sagt, dass beide nicht mehr punkten? Wir haben es selbst in der Hand, also bagg mers!
Und sonst so?
…ist erst mal Derby Time! Auch da muss ein Sieg her, aber auf keinen Fall eine Niederlage.
Und am Montag steigt das erste Spiel für Isabel Bauer und die Clubfrauen gegen Frankfurt. Wenn ich mich nicht täusche (Montagsspiele) müsste es das auch im Free-TV geben.
Autor: Optimist
Bildquelle/Composing: FCN, Juwe
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Vielen Dank Optimist für diesen interessanten Bericht. Ich verfolge die Damen hauptsächlich von den Ergebnissen und habe erst ein Spiel in größeren Teilen gesehen. Daher sind Deine Beobachtungen über mehrere Spiele sehr interessant. Leider sind bei den Damen ja die Unterschiede noch sehr viel stärker ausgepägt als bei den Männern( FCB/VW/Kohle und so). Daher wäre der Klassenerhalt schon sehr wichtig um ggf. zumindest ein “etablierter Bundesligist” zu werden und nicht Richtung Fahrstuhlmannschaft abzugleiten.
Jawohl. Wird im Free TV übertragen. Am Montag (04.05.) ab 17.45 Uhr in Sport1. Da kommt was auf unsere Abwehr zu mit Anyomi, Freigang, Reuteler und Blomqvist.
Die Situation würde ich trotz der noch 4 Punkte Vorsprung als brisant einstufen. Das Momentum ist bescheiden. Man hat verlernt, ein Spiel zu gestalten. Und Essen spielt noch zuhause gegen die auswärts dieses Jahr arg schwachen Freiburgerinnen. Dass die von Wück verschmähte Fudalla in Nürnberg geboren wurde, wusste ich nicht, danke für die Info, @Hendrik. Jedenfalls kann sie Schützenhilfe leisten als Spielerin von Bayer 04 Leverkusen in Essen.
Endspiel gegen Essen? Ist wohl so. Da stimme ich den Clubfrauen-Experten @Optimist und @Glubbzilla zu. Hätte auch nicht damit gerechnet, dass es noch einmal so eng werden könnte. Aber das gilt wirklich unisex: Beim Club darf man sich niemals zu sicher sein.
Ich habe irgendwie auch kein gutes Gefühl bei den Club Mädels. Sie haben das Momentum in dieser wichtigen Phase der Saison halt so gar nicht auf ihrer Seite.
Ich hoffe sehr sie erleben nicht ihr eigenes „1999“
Gutes Gefühl und Club schließen sich halt aus 😉 . Die Mehrzahl der Clubberer hat sicher auch beim Derby kein gutes Gefühl, ich seh es in dunklen Stunden auch schon vor mir wie die Jungs dort sie Saison ausklingen lassen damit Futkeu noch Chance auf die Torjägerkanone hat.
Der Damenfußball scheint auf allen Ebenen mit dem Herrenbereich gleichziehen zu wollen, wird immer professioneller. Damit einher gehen Kaderümbrüche, Spielerinnen die den nächsten Schritt gehen wollen und die obligatorischen Trainerentlassungen. Ich befürchte hier die gleichen Auswirkungen wie wir sie bei den Männern kennen. Vereinstreue oder regionales Zugehörigkeitsgefühl werden unwichtig, es zählt der persönliche Erfolg und zunehmend das Finanzielle. Dazu die bekannte Dominanz der Vereine/Firmen, die ihren Damenbereich mit den CL-Einnahmen der Herren subventionieren können. Ein Träumer bin ich jetzt nicht gerade, aber gehofft hatte ich schon, dass die Frauen es (mal wieder) besser machen.
https://www.br.de/nachrichten/sport/haifischbecken-frauenbundesliga-fcn-beklagt-unfaire-bedingungen,VIAg083
Es wird zeitlich knapp, aber zumindest ein Ticket für mein “Heimspiel” am Montag habe ich schon. Dann kann ich eventuell viel Positives über den Trainer_innen-Effekt schreiben.
@Exilfranke
Wäre super wenn du ein paar schöne Handyshots machen könntest und uns über Whatsapp in die Redaktion reinschicken könntest!
Am Tag nach dem Artikel kam natürlich noch NN+ hinter Paywall mit einem Interview mit Osman Cankaya um die Ecke. Da bestätigt er meine These, dass mit Oostendorp sowieso am Saisonende Schluss gewesen wäre, der Vertrag wäre nicht verlängert worden.
Aber die andere überraschende Neuigkeit war, dass Wolfsburg ihn (also Osman Cankaya) abwerben wollte und er abgelehnt hatte!
Gute Arbeit bleibt eben nicht unbemerkt!
Ich finde es super, dass er lieber bei “seinen” Mädels bleiben wollte, als zu einem CL-Club zu wechseln. Immerhin ist er quasi der Vater unseres Frauenfußballs und bekommt von Joti auch weitgehende Freiheiten, die Cankaya auch zu schätzen weiß. Man sieht das auch daran, dass Joti sich fast völlig raushält in der Kommunikation, die er komplett Cankaya überlässt, ja fast, als ob er Sportvorstand Frauen wäre.
Angeblich sucht man nach einem neuen Trainer*in als Ersatz für Oostendorp, aber was, wenn Isabel Bauer richtig gut ankommt?
Als Nachfolger von Clubfans United warten wir von Cankaya ja immer noch auf die Ablöse für Florian Zenger! 🙂 …ist er eigentlich noch bei den Clubfrauen aktiv?
Also laut “Eigenauskunft” im X-Profil ist er immer noch Chefscout und Datenanalyst.
Da wird tatsächlich eine Ablöse fällig! 😀
Das ist übrigens eine interessante Parallele zu Bischof, denn Flo Zenger als rechte Hand des Chefs gibt ja auch keine Statements ab, also warum sollte dann Bischof? Ich finde, das führt das Narrativ vom “Maulkorb” ad absurdum. Und dass Osman Cankaya ein starkes eigenes Profil in der Außendarstellung hat, widerspricht auch einem weiteren Narrativ, nämlich dass Joti keine anderen Protagonisten neben sich dulden würde.
Hm. Naja. Bei aller Sympathie und Wertschätzung für Flo Zenger – ich würde ihn jetzt nicht mit Michael Bischof vergleichen. Bischof macht das nämlich hauptberuflich und das seit Jahren.
Wenn wir ehrlich sind, dann hat Joti auch alle Hände voll zu tun mit den Clubmännern. Da muss er froh sein, dass Osman Cankaya so professionell die Clubfrauen managt.
Kurz noch zu Joti:
Ich denke, @Pausenpfiff hat Recht. Wenn man einen Fynn Otto holen kann, dann muss man das tun.
Man würde somit auch vor die Welle kommen und einem Abgang von Locho vorbeugen. Diese Kann-mir-auch-was-anderes-vorstellen-Aussage von Locho war womöglich nicht einfach so dahergesagt…
Zur Ablöse von Florian Zenger könnte man noch anfügen, wir haben auch vorgesorgt und mit Pausenpfiff das nächste Analyse Talent bereits auf dem Spielfeld :-)…die CRU Talentschmiede
Vielleicht wollte Locho auch nur mal wissen was so die Pläne unseres Ruhmreichen in den nächsten Jahren sind .Und als man ihm dann erklärte dass wir ein Ausbildungsverein sind,, der auch in Zukunft seine besten Spieler verkaufen wird und dessen Saisonziel Platz fünf in der 2.Liga ist,da ließ er sich zu dieser Aussage hinreißen….
Auch wenn er seit Elversberg nicht mehr getroffen hat…
Ich freue mich sehr, dass Piet Scobel verlängert hat.
https://www.fcn.de/news/artikel/club-und-piet-scobel-verlaengern-vertrag/
Allen noch einen schönen, sonnigen Feiertag.
HSV vs. Union Berlin 0:1
Gut für unsere Clubfrauen! Der HSV bleibt einen Punkt hinter dem FCN, muss noch gegen Köln und Bayern ran. Beste Frau auf dem Platz: Union-Torhüterin Cara Bösl. Die HSV-Frauen vergeigen Chance um Chance und bekommen dafür die bittere Quittung. Das Ganze vor fast 9.000 Zuschauern im Volkspark.
Essen vs. Leverkusen 0:4
Sehr gut für uns, mit mindestens einem Unentschieden im “Endspiel” sind wir sicher durch. Mit einem Sieg gegen Frankfurt könnten wir den Klassenerhalt sogar morgen schon klar machen.
Das wär’s doch!
Couragierter Auftritt in Frankfurt Stand jetzt, eigentlich stabil hinten, schön gespieltes 1:1, zwei Halbchancen, aber gegen die “individuelle Klasse” von Anyomi & Co. war man gedanklich zweimal einfach zu langsam.
Die Mädels liegen zur Pause 1:2 zurück, wirken aber spielerisch deutlich verbessert. Nur leider ist halt Frankfurt mindestens eine Klasse besser als der HSV. Schade, vielleicht war der Trainerwechsel sogar zu spät, hätte vor dem HSV-Spiel sein sollen. Mit dieser Leistung hätten wir das nicht verloren…
Drei in der Entstehung bildhübsche Tore. Unserem Treffer durch Günster ging eine ganz feine Einzelleistung von Papai voraus.
Hätte aber Romero nicht rauskommen müssen beim zweiten Anyomi-Tor?
Schwer zu sagen, der Ball kam schon sehr diagonal, ich weiß nicht, ob sie da hinkommt. Darf natürlich niemals so durchlaufen.
M.E. muß Romero (die den Strafraum im wesentlichen im Griff hatte) nicht raus, aber klar, geht sie resolut entgegen kann es sein, daß sie den Schuß blockt. Aber unter uns Betschwestern, lupft die großartige Anyomi, dann heißt die Frage, hätte sie auf der Linie bleiben müssen.
Schnuppern aber durchaus am Ausgleich, zwei knappe Chancen von Lein und Papai…
Und Varley räumt hinten resolut ab. Glück, dass es keine Notbremse war…
Auch wenn es am Ende nicht reicht, weil in der 90. Minute das 3:1 fällt, macht die Leistung doch wieder Hoffnung für das “Endspiel” gegen Essen.
…und dann mit dem Schlusspfiff doch noch das völlig unnötige und in der Höhe nicht verdiente 4:1.
Trotzdem eine klare Steigerung gegenüber dem HSV.
@Exilfranke hat es oben geschrieben: Couragiert.
Das Ergebnis passt nicht, ist auch um 1 bis zu 2 Tore zu hoch ausgefallen für die Eintracht. Die Leistung der Clubfrauen aber war absolut okay.
Gewiß eine gerechte (keine verdiente!) Niederlage der Clubfrauen, das Ergebnis spielt nie und nimmer den Spielverlauf wieder. Mit äweng Glück geht man mit 1 Punkt heim. Die Eintracht hag zw. 60. und 80. Minute das Spiel nicht mehr im Griff gehabt, aber schlußendlich waren sie wenn nötig immer den winzigen Moment schneller im Kopf.
…zum ehemaligen Trainer T. O. wäre auch zu sagen, dass man die Doppelbelastung mit dem jetzt in 2026 laufenden DFB Pro Lizenz Trainer Lehrgang berücksichtigen muss…
…insgesamt spielt das Thema Trainerlizenzen ja seit einigen Jahren eine Rolle beim Club… wenn jemand auf der Trainerbank sitzt, der / die nicht über die notwendige Lizenz verfügt, werden pro Spiel Zahlungen fällig, die dann aus dem Verein abfließen…
Den “Daten” nach eher so mittelgut was der Club gerade gegen Essen spielt, aber zum Glück ein schnelles Tor.
Glückwunsch den Frauen zum Klassenerhalt – in der 1. Liga!
3:0 in der 80. Minute, da geht nichts mehr schief.
Herzlichen Glückwunsch zum Klassenerhalt, liebe ClubFrauen!
Letztlich souverän, aber umkämpfter als das Ergebnis vermuten lässt.
Am Anfang hat uns die bärenstarke Romero in Führung gehalten, mit mehreren super Paraden. Wenn sie nicht ins Team des Tages kommt, weiß ich auch nicht…
Und heute Französinnen Festival. 1. Tor und Vorlage zum 2:0 von Lein durch Fany Proniez, 3. Tor durch einen Kracher in den Winkel durch Maelle Seguin.
Stark!
Torfrau Romero wie angesagt in der Soccerdonna-Elf des Spieltags, ebenso die starke Fany Proniez (Tor und Vorlage). Richtig so!
Bin für das Finale (am Sonntag, 14:00) auf 2 Dinge gespannt: holen die inzwischen abgehängten Konkurrentinnen vom HSV und Essen noch Punkte? Und:
Darf die Argentinierin Abigail Chavez zum Abschied ins Tor? Dann wäre sie die erste Argentinierin, die in der Bundesliga eingesetzt wurde.
ja, dem kann man sich nur anschließen…
war Samstag zur Abwechslung mal in Köln und habe dort auch sehr viele Super Paraden 1 zu 1 einer ehemaligen Club-Torhüterin jetzt im HSV Tor gesehen…
Insofern ist das Thema Ausbildung nicht zu unterschätzen, man bzw. Frau kann schon einiges lernen am Valznerweiher. So ist es ja nicht.
ja, schnelle Tore sind Gold wert. So hatte die SGS Essen ja zwei Mal klar gegen uns gewonnen.
den Bären sollte man raten, mal den TV Ton abzustellen… das war ja eine ziemlich weichgespülte Marketing mäßige Kommentierung am Samstag Abend von den Gestalten am Mikrofon…
Übrigens, das letzte Spiel der Clubfrauen gegen Wolfsburg gibt es angeblich als kostenlosen Stream auf ZDF.de. Sonntag, 14:00. Auch das Abschiedsspiel von Legende Alexandra Popp, die dann zu ihrem Herzensverein BVB wechselt, um die Dortmund-Frauen nach oben zu führen.
Die Frauen-Bundesliga beginnt also ihren letzten Spieltag morgen um 14 Uhr. Super getaktet, DFB! Denkt bei Euch jemand noch mit?
Aber bitte nicht wundern, wenn die Einschaltquoten spätestens um 15.30 Uhr massiv in den Keller gehen…
Ich mach dann halt Multitasking, man hat ja zum Glück mehrere Geräte 😉
Aber hast natürlich recht, warum nicht 13:00 oder wenigstens 13:30? Da will man Frauenfußball promoten und lässt es ohne Not gegen die Platzhirsche konkurrieren…
Sehr kurzsichtig!
Seit unser Joti nicht mehr beim DFB ist….. Wohl eher nicht…..
@fränki, das ist aber auch schon die ganze Saison so. Manchmal haben die ClubFrauen auch fast parallel zu den ClubMännern gespielt, nur um eine halbe Stunde versetzt.
Ich finde das ein Unding. Wenn sie höhere Fernsehgelder erreichen wollen, dann müssen sie den Frauenspielen aber auch exklusivere Anstoßzeiten geben. Und schon gar nicht die Teams eines Vereins konkurrieren lassen.
Die Teams eines Vereins sollten eigentlich zumindest an verschiedenen Tagen spielen.
@Optimist
Seh ich ganz genauso.
Wie Du sagst: Es geht darum, höhere TV-Gelder zu erzielen. Sich attraktiver zu machen. Aktuell werden die TV-Gelder ja noch gleichverteilt. Hoffentlich bleibt das auch so. Denn die Dominanz der Bayern ist auch bei den Frauen unerträglich und macht die Liga unattraktiver.
Aber grad bei einem letzten Spieltag, der durch eine Konferenz ja zum Highlight wird, hätte man die Anstoßzeit nach vorne verlegen müssen. Die 3. Liga ist ja gestern auch bereits um 13.30 Uhr gestartet und wurde somit um eine halbe Stunde vorverlegt. Geht also.
Grundsätzlich sehe ich das ähnlich allerdings ist es durch die Verteilung der Anstoßzeiten der 1. 2. und 3. Liga der Herren im regulären Ligabetrieb kaum noch möglich auf Anstoßzeiten auszuweichen, welche ohne Konkurrenz stattfinden können. Man müsste hier schon fast auf den Vormittag ausweichen und das freut zwar den “Fan” vor dem Fernseher, lässt die Stadien aber nicht voller werden.
Unabhängig von der Anstoßzeit kann ich mir schwer vorstellen, dass die Partie heute viel Aufmerksamkeit erlangen wird. Es geht doch für beide Teams um nichts mehr. Nach Popps Verabschiedung/ Auswechslung werden eh 95% abschalten.
…da hätten sie dann was verpasst!
Nicht nur, dass sich Popp standesgemäß mit 2 Toren verabschiedet hat, einmal per Kopf (was sonst?) und einmal mit einem fast unglaublich harten Freistoßknaller. Auch ihre linke Klebe war ja ein Markenzeichen, sie hat also nochmal ihre Stärken demonstriert. Dann war auch ihre Auswechslung ein schöner emotionaler Event, als alle Spielerinnen beider Mannschaften Spalier standen und applaudierten.
Und auch der Club lieferte noch ein Highlight mit dem direkten Freistoßtor durch Torfrau Romero von der Mittellinie. Schafft es bestimmt in jeden Saisonrückblick!
Überhaupt lieferten die ClubFrauen ein ordentliches und achtbares Spiel ab. Zwar konnten sie dem Klassenunterschied nicht trotzen, aber sie machten es den Wölfinnen auch nicht leicht und bei diesem Gegner eine Passquote über 70% zu schaffen, hätte ich nicht erwartet. Ihr Saisondurchschnitt liegt ja bei nur 53%.
Isa Bauer wirkt also deutlich! Schade, dass sie mangels Lizenz nicht Cheftrainerin bleiben darf.
Übrigens hätten die Clubfrauen auch ohne den Sieg über Essen am vorangegangenen Spieltag die Klasse gehalten, weil der HSV seine letzten Spiele nicht mehr gepunktet hat. Allerdings wäre ohne den Essen-Sieg wohl der HSV abgestiegen…