Fahrig im Passspiel
„Führung Nürnberg, Ausgleich, Führung Kiel und wieder Ausgleich“, sagt der Mann im Fernseher. „Wird es bei diesem 2:2 bleiben oder sehen wir noch einen Sieger im Holstein-Stadion? Auf alle Fälle sehen wir eine abwechslungsreiche Partie…“
„Unsere Mannschaft ist zu fahrig im Passspiel. Ständig vermeidbare Ballverluste im Mittelfeld und dann geht die Post ab in Richtung Club-Tor! Und ständig diese Harakiri-Abspiele in der Spieleröffnung im und am eigenen Strafraum unter hautnaher Bedrängnis! Da geht zwangsläufig irgendwann der Schuss nach hinten los. Das ist alles andere als souverän, was ich von unserer Mannschaft sehe. Da kriegt man beim Zuschauen ja einen Herzinfarkt. Ich bin heilfroh, wenn es bei diesem Unentschieden bleibt.“
„Tja.“
„ Scobel! Was für eine Chance für Piet Scobel! Na, da hätte der junge Nürnberger Mittelstürmer das 3:2 für die Gäste machen können Schrägstich müssen! Zoma, der jetzt auf den rechten Flügel gewechselt ist, mit einer Maßvorlage und Scobel setzt den Ball neben das Tor. Es wäre sein zweiter Treffer in diesem Spiel gewesen…“
„Bist du jetzt immer noch mit dem Unentschieden zufrieden?“
„Gute Frage, mein Sohn. Gute Frage.“


So viele, teils einfache Ballverluste habe ich von unserer, doch eigentlich ballsicheren Defensive (einschließlich Reichert, Fernandez und Markhiew) bisher noch nicht gesehen. War das Nervosität? Überheblichkeit? Einfach ein schlechter Tag? Da hätte es noch öfter klingeln können. – Deswegen: Ja, ich bin mit dem Unentschieden zufrieden.