Der 1. FC Nürnberg kommt wieder
..Ein Kommentar von Fränkie
Länderspielpause. Die letzte in dieser Saison. Schon früh in der Spielzeit war klar: Es wird wieder mal nur eine Übergangssaison. Mit dem mutigen Ziel „Platz 1 bis 7“ wollte unser Sportvorstand oben mitspielen – dieses Vorhaben wurde meilenweit verfehlt. Aufgrund eines fahrlässig in Kauf genommenen Fehlstarts. Mit dem famosen Sieg über Lautern scheint nun aber zumindest das unterste Ende dieses Zielkorridors wieder machbar. Schon alleine aufgrund der TV-Geld-Tabelle sollte man alles tun, um dieses Mindestziel doch noch zu erreichen. Zudem könnte man so mit einem guten Gefühl in die kommende Spielzeit gehen – die dann hoffentlich keine Übergangssaison wird.
Nürnberg grüßt Europa
Der eine oder andere hat es mitbekommen: Der SC Freiburg und der FSV Mainz 05 stehen im europäischen Viertelfinale. Wer hätte das gedacht? Finanziell für die beiden Vereine ein Segen und in Sachen Image sicherlich auch. Was aber hat das alles mit unserem Club zu tun? Eigentlich nix. Und trotzdem jede Menge. Denn als der Club 1988 in den Europapokal einzog und gegen die AS Roma mit Rudi Völler spielte, waren Freiburg und Mainz noch biedere Zweitligisten. Da hat das rote Pferd sich einfach umgekehrt.
Unsere Jugendarbeit ist top
Es ist zwar alles andere als bieder, sondern absolut kultig, wenn 40.000 Clubfans ins Stadion pilgern – um einen mittelmäßigen Zweitligisten zu sehen wohlgemerkt. Der Club hat regional weiterhin eine große Anziehungskraft. Und mit Miro Klose strahlt der FCN auch bundesweit. Unsere Jugendarbeit ist top und das weiß man mittlerweile auch in Europa. Ohnehin dient die Zweite Liga heutzutage als Abklingbecken für einst stark strahlende Traditionsvereine. Und wer bitteschön sehnt sich denn ernsthaft nach Begegnungen mit Hoffenheim, Red Bull oder Wolfsburg?
Die Bundesliga ist alternativlos
Einspruch! Denn gutes Geld verdient wird nur in der Bundesliga. Sich fürs internationale Geschäft zu qualifizieren, geht in der Regel nur in der Bundesliga. Ein großes Argument für einen längeren Verbleib von Top-Talenten wäre die Bundesliga. Generell mehr im Fokus ist man nur in der Bundesliga. Bessere Sponsorenverträge winken nur in der Bundesliga. Das strukturelle Defizit verschwindet über Nacht nur durch einen Aufstieg in die Bundesliga.
Die Wucht eines Traditionsvereins
Der SC Freiburg und der FSV Mainz 05 stehen dort, wo sie stehen, weil sie beharrlich ihren Weg gegangen sind. Schritt für Schritt. Vom biederen Zweitligisten zum Viertelfinalisten im Europapokal. Das geht nicht von heute auf morgen. Aber mit der Wucht eines Traditionsvereins kann es deutlich schneller gehen. Fragt nach bei Eintracht Frankfurt. Jedenfalls sollten wir die Hoffnung nie aufgeben, dass wir wiederkommen. So und nicht anders ist Kritik an Verantwortlichen zu verstehen. Und die aktuell Verantwortlichen haben aufgrund deutlich verbesserter Finanzen eine Riesen-Chance, aus der Endlosschleife der Übergangssaisons nach oben auszubrechen. Ohne dabei den Weg zu verlassen.
Autor: Fränkie
Bildquelle: ChatGPT, Juwe



Agree. Mit dem Zusatz, dass der Club ab nächster Saison um den Aufstieg mitspielen muss (nicht aufsteigen), dh jedes Jahr unter den Top 5. Nicht deshalb, weil wir 9 mal Meister waren etc, sondern weil die gesamte Struktur des Vereins samt Kostenblock darauf ausgerichtet ist. Der HSV hat selbst in Liga 2 Gewinn gemacht. U. a. deshalb, weil durch die konstante Positionierung unter den Top 4 die TV-Gelder 4-5 Mio pro Saison höher waren.
Erzwingen lässt sich ein Aufstieg in Liga 1 kaum, da muss alles passen (siehe HSV). Das graue Mittelmaß muss aus meiner Sicht aber ab sofort vorbei sein. Daran müssen sich alle Verantwortlichen messen lassen, bis zum nächsten Saisonbeginn erst einmal das sportliche Management. Oder was seht ihr als Alternative?
Völlig richtig. Jetzt heisst es nach vorne schauen und in der nächsten Saison vorne mitspielen muss das Ziel sein.
Bundesliga und auf junge Spieler setzen paßt das zusammen? Ich fürchte nein.
Beim Ziel top5 zweite Liga gehe ich mit. Bundesliga reicht mir eigentlich vom letzten Mal noch.
Mit einem durchschnittlichen Alter von 22,8 Jahren sind wir in den bisherigen 27 Spielen in der Tat die jüngste Mannschaft der Zweiten Fußball-Bundesliga. Die SV Elversberg ist die älteste Mannschaft (26,1 Jahre).
Die drei ältesten Mannschaften in Liga 1 sind tatsächlich auch Freiburg, Union und Mainz (alle über 26 Jahre). Hätte ich jetzt so nicht gedacht, ehrlich gesagt, ist aber so laut den Sportdaten von “Spiegel Online”. Mit 24,2 Jahren aber kann sich der HSV mit einer relativ jungen Mannschaft bislang behaupten als Aufsteiger.
Insofern passen Bundesliga und auf junge Spieler setzen schon auch zusammen. Allerdings wohl nur, wenn man den Kader ausbalanciert und auch mehr Erfahrung holen würde. Mit einer sehr jungen Mannschaft wie wir Sie derzeit haben, würde man sich schwertun in Liga 1. Das ist wohl wahr.
Andererseits wachsen die Jungs aber auch mit ihren Aufgaben. Und ich wüsste jetzt nicht, warum ein Reichert, ein Lubach, ein Yilmaz, ein Nzingoula oder natürlich auch ein Zoma nicht auch in der Bundesliga bestehen könnten…
Eine Frage:
Was ist der Unterschied zwischen negativem Eigenkapital und strukturellem Defizit?
Ich würde sagen, das strukturelle Defizit folgt aus dem Ungleichgewicht zwischen planmäßigen Einnahmen und planmäßigen Ausgaben. Wir geben also mehr aus als wir einnehmen – und müssen diese Finanzierungslücke durch Sondereffekte wie Transfererlöse stopfen.
Ein negatives Eigenkapital indes kennzeichnet eine bilanzielle Überschuldung. Die Verbindlichkeiten sind somit größer als das Vermögen. Gemäß Wirtschaftsbericht 24/25 ist unser Eigenkapital allerdings wieder positiv.
strukturell bedeutet m.E. immer, dass Fixkosten > Fixerlöse sind. Deshalb kurzfristig nicht zu ändern.
Das sind doch kompetente Erklärungen, wer spielt da immer mit dem Daumen nach unten rum? 😮 Kein Spielplatz, Eltern haften für ihre Kinder … oder so
Ja, das Ziel in der nächsten Saison muss sein vorne mitzuspielen. Dadurch werden die Einnahmen auch steigen, da wir dann öfter live bei RTL beim Spitzenspiel übertragen werden. Schalke wird wohl wegfallen, so daß wir auch die Chance haben, öfter am Samstag abends dabei zu sein. Natürlich ist für so ein Ziel Voraussetzung, zu Beginn am ersten Spieltag so gut wie komplett zu sein und natürlich dann auch eingespielt. Solche riesen Fehler wie letztes Jahr darf es nicht mehr geben. Es wäre natürlich wichtig, einen Spieler wie Zoma zu halten. Wenn natürlich ein Angebot kommt, das man nicht ablehnen kann, dann ist das zwar traurig, aber muss akzeptiert werden. Dann erwartet man aber vom Managemant soviel Qualität, daß man den Großteil des Geldes wieder in starke Neuzugänge investiert, um die Stärke der Mannschaft zu halten oder in der Breite zu verstärken. Es geht zum Beispiel nicht 10 Millionen zu erhalten und dann lächerliche 2 Millionen für irgendwelche Risikojugendspieler oder ausrangierte Ersatzspieler zu investieren. Das hatten wir schon und das geht meistens nach hinten los.
Danke, fränki.