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Kann der FCN die Störche rupfen?

Schlüsselspiel in Kiel

Keine Energie gegen Düsseldorf

Vielleicht ist es ein gutes Omen, denn meine letzte Spieltagsvorschau für ein Auswärtsspiel war für den gelungenen Auftritt in Düsseldorf. Und wieder hatten wir im vorangegangenen Spiel eine seltsam blutleere (Nicht-)Leistung zu beklagen. Wie eine Duplizität der Ereignisse kann ich das Vorwort für das Auswärtsspiel bei den Störchen fast wörtlich aus meinem Vorbericht vom Oktober 2025 übernehmen. Ich gönne mir daher den Spaß und schreibe von mir selbst ab. Hier also der Originaltext von 2025, jeweils in Klammer als „redaktionelle Änderung“ der Bezug zum aktuellen Spiel:
„Nach dem vermeintlichen Befreiungsschlag gegen Bochum (hier: Karlsruhe) konnte man hoffen, dass der Knoten geplatzt wäre, doch was folgte, war (nach einem akzeptablen Auftritt gegen Bochum) ein seltsam blutleerer Auftritt gegen die ebenfalls schlecht gestartete Hertha (und die bisher auswärts schwache Fortuna). Wenn danach die Spieler sagen, dass die Energie gefehlt hätte oder Hertha (und Düsseldorf) es mehr gewollt hätte, ist man zunächst sprach- und ratlos. Wie kann es sein, wenn man im Abstiegskampf steckt (ja, man kann es nicht mehr beschönigen!), dass dann wieder einmal der Punch, die Überzeugung, die Intensität, die Genauigkeit, die Zielstrebigkeit fehlt.

Also alles das, was man braucht, um in der zweiten Liga bestehen zu können? Und warum gelingt es dem Trainerteam nicht, die Mannschaft so einzustellen, dass sie brennt, dass sie heiß ist wie Frittenfett, dass sie dem Gegner den Schneid abkauft, anstatt sich ihn selbst abkaufen zu lassen? Und da lasse ich auch nicht das beliebte Narrativ von der schlechten Kaderzusammenstellung gelten, denn die Einstellung ist nicht abhängig von der Aufstellung.“

Schon spannend, wie gut der Text von damals auch heute passt! Ich sehe es mal als gutes Vorzeichen, denn damals folgte auf die kritische Vorschau ein gutes Spiel mit Auswärtssieg!
Aufarbeitung und Selbstkritik

Passend dazu auch die Aussagen von Spielern und Trainer im Vorfeld des Spiels: Für Jan Reichert ist es „am wichtigsten“, dass der Club „Mentalität und Energie“ auf das Feld bringt. Dabei erinnert er sich an den 5:1-Heimerfolg gegen den Karlsruher SC vor knapp einem Monat: „Das hat uns stark gemacht. In den letzten beiden Spielen hat uns das aber gefehlt.“

Auch Klose fordert: „Wir müssen ein anderes Gesicht zeigen“, wurde der 47-Jährige deutlich. „Das verlange ich von jedem, aber insbesondere von den Führungsspielern.“ Die mangelhafte Leistung gegen die Fortuna habe man „intensiv aufgearbeitet“, laut „BÜLD“ sogar mit „Video-Folter“.

Auch Joti nimmt Stellung

Schon vor der PK veröffentlichte die NN+ hinter der Bezahlschranke ein Interview mit Sport-Vorstand Joti Chatzialexiou.
Die Frage, ob sich der Club jetzt im Abstiegskampf befände, beantwortete er klar mit „ja“. Allerdings habe man die untere Tabellenhälfte auch dann nicht aus den Augen gelassen, „als wir Achter waren und etwas mehr Vorsprung hatten“.
Die Leistungen in Berlin und gegen Düsseldorf waren lt. Joti zu passiv und verhalten, aber nicht, weil die Gegner übermächtig waren, sondern weil der Club seine Leistung nicht auf den Rasen gebracht hat.

Auf die Frage, ob der Abstiegskampf nicht in den Köpfen angekommen wäre, weil die Mannschaft zuletzt erstaunlich blutleer wirkte, antwortete Joti: „Es gibt immer Tage, an denen es spielerisch nicht so funktioniert, wie du es dir wünschst. Aber dann muss ich wenigstens die Basics auf den Platz bringen. Aber das Fortuna-Spiel war die schlechteste Leistung in der Rückrunde.“

Dem mag man nicht widersprechen!

Die Schlussfolgerung aus der Aufarbeitung der zuletzt schwachen Auftritte ist jedoch folgerichtig. Daher gibt es Dinge, die Joti an der Mannschaft mit Blick auf die nächste Spielzeit verändern will: „Da geht es in erster Linie um Intensität, um Wucht und Power. Wir wollen uns nicht mehr nur auf das Fußballerische verlassen müssen. Wir wollen ein bisschen mehr Zweitliga-Fußball spielen können. Wir brauchen mehr Energie.“

Eine späte, aber richtige Erkenntnis. Man darf auf die Umsetzung gespannt sein!

Neues Gesicht im Trainerteam

Endlich wurde auch das Trainerteam komplettiert, das nach dem Abgang von Jens Bauer unterbesetzt war. Mit dem neuen Co-Trainer Matthias Kreutzer kommt ein trotz seines jungen Alters von 43 Jahren ein erfahrener Mann, dem starke analytische Fähigkeiten nachgesagt werden. Entsprechend war er in seiner rund 10-jährigen Tätigkeit u.a. für Huub Stevens, Bruno Labbadia und Mike Büskens auch schon als Videoanalyst tätig und stand auch schon als Interimstrainer an der Seitenlinie. Er soll sich lt. NN+ künftig u.a. um die Standards kümmern. „Er wird uns mit seinen Ideen bereichern“, sagte Klose.
Wollen wir es hoffen, es ist ja auch dringend nötig!

Wie sehr greift schon der „Walterball“?

Der extrovertierte und zwiespältig gesehene Tim Walter hat ja bekanntlich einen eigenen Spielstil, der durch Ballbesitz geprägt ist. Klose erwartet hier noch kein komplett anderes Auftreten der Störche, wenngleich die Handschrift des Coaches bereits durchschimmert, auch wenn es noch zu keinem Sieg gereicht hat. Klose dazu: „Man sieht schon, dass Tim Walter einiges in die Mannschaft gebracht hat. Wir werden auf jeden Fall auf ein anderes Kiel als im Hinspiel treffen.“

Die Trainerstimmen aus den Pressekonferenzen:

FCN-Cheftrainer Miro Klose:
Zur Personalsituation: „Gott sei Dank haben wir bei Fabio nichts Strukturelles festgestellt. Wir müssen aber noch den morgigen Tag abwarten. Justin von der Hitz Einsatz steht aufgrund von Rückenproblemen noch auf der Kippe. Rechtsverteidiger Henri Koudossou ist fit und könnte in die Anfangself rücken. Justin könnte, wenn er spielen kann, auch nach vorne rücken. Die übrigen haben normal trainiert und stehen zur Verfügung.“

Allgemein: „Wir haben Düsseldorf sehr intensiv aufgearbeitet. Ich glaube, das war auch wichtig und die Spieler mussten das einmal spüren. Ich verlange von jedem, jetzt ein anderes Gesicht zu zeigen und von Minute eins an da zu sein. Wir treffen jetzt auf eine Mannschaft, die genau darauf wartet, ob du im Spiel bist oder nicht. Wir dürfen uns in so einer Situation nicht verstecken.“

Kiel-Cheftrainer Tim Walter: „Wir wollen in beiden Strafräumen kompromissloser werden, noch mehr Torchancen kreieren und die Angriffe des Gegners mit allem verteidigen, was wir haben. Die Jungs zeigen im Training den Willen, sich voll reinzuwerfen.“
Die Einschätzung zum Club: „Mit dem Club kommt eine Mannschaft, die gerne den Ball hat und fußballerisch ein gutes Level. Aber sie hatten in den letzten Spielen etwas Pech“ Tim Walter hofft auf ein gepflegtes Fußballspiel von zwei Mannschaften die spielen wollen.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Kiel: Weiner – Nekic, Ivezic, Komenda, Tolkin – Meffert – Kelati, Tohumcu – Bernhardsson, Kapralik, Therkelsen (Quelle: Kicker)

FCN: Meine voraussichtliche Aufstellung:
Beim Club ist noch fraglich, ob v.d.Hitz und Gruber spielen können. Davon dürfte einiges abhängen, so dass eine Aufstellung schwierig vorherzusagen ist. Aber ich nenne mal das, was ich mir wünschen würde:

Reichert – Koudossou, Gruber, Lochoshvili, Yilmaz – Markhiyev, Nzingoula, Baack – Justvan – Zoma, Scobel

Damit bleibt kein Platz für v.d.Hitz. Aber vielleicht kommt er ja nach 60 Minuten als offensivere Version für das Mittelfeld oder für Justvan. Allerdings wünsche ich mir einen so starken Justvan-Auftritt, dass ein Wechsel nicht zur Diskussion steht!

Samstag, 13:00, live auf Sky und im Club-Radio

Quellen: Kicker, NN.de, FCN.de, X-Kanal des FCN, PK auf Club-TV, BLIND, Clubfokus

Was bleibt zu sagen?

Wiedersehen mit Olaf Rebbe! Ich weiß, er wird gerne als „Goldfinger“ verklärt, aber dabei vergisst man gerne auch die vielen Fahrkarten aus seiner Hecking-Zeit. Rückblickend bleibt mir eigentlich nur eine – natürlich sehr – gute Transferphase in Erinnerung. Als Sportvorstand möchte ich ihn trotzdem nicht haben, er kommt für mich einfach nicht positiv rüber. Immerhin spricht er über den Club ohne Bitterkeit: “Ich hatte eine schöne Zeit beim 1. FC Nürnberg, das ist jetzt allerdings Geschichte.“

Und sonst so?

…spielen die Clubfrauen am Freitag um 18:30 in Freiburg. Wie werden die Mädels das doppelte Verletzungspech in der IV wegstecken? Nach meiner Einschätzung brauchen wir noch zwei Siege. Ich hoffe, da geht uns jetzt nicht die Luft aus! Vielleicht ist aber das Spiel bis zur Veröffentlichung des Artikels bereits Geschichte…

Autor: Optimist
Bildquelle/Composing: Knirpzz, Juwe, Stream

     

3 thoughts on “Kann der FCN die Störche rupfen?

  • Avatar SchlüsselSpieler

    Gehe mit vielem konform.
    Tolle Einstimmung für morgen.

    Kleine Änderung hätte ich in der Aufstellung :
    Anstatt Justvan Lubach

    Ich hoffe wir durchbrechen in diesem wichtigen Spiel unseren bisherigen Auswärts-Trend

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  • Geht ja gut los, das Wochenende! Fürth gewinnt gegen Elversberg, die nie das machen, was man braucht. Auch Magdeburg punktet, aber immerhin konnte Darmstadt den Ausgleich retten.

    Und die Clubfrauen verlieren unglücklich in Freiburg, mal wieder durch einen harten Elfer und Pech (oder mangelnder Zielstrebigkeit) im Abschluss. Und am Ende wird noch ein Eckball verweigert, obwohl die Freiburger die Nachspielzeit “ausgesessen” haben. Den hätte es definitiv noch geben müssen! Dafür eine Premiere ohne Wert: das erste Bundesligator einer Luxemburgerin!

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  • Morgen in Kiel muß die Mannschaft zeigen ob sie Abstiegskampf kann und sie muß punkten.

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