Der FCN verpflichtet Rabby Nzingoula per Leihe
Sechs Tage vor Schluss des Transferfensters verpflichtet der Club eine Verstärkung für das zentrale Mittelfeld: Von Racing Straßburg wird der 20-jährige Rabby Nzingoula ausgeliehen. Laut einem Bericht der französischen Sportzeitung L‘Équipe hat sich der Club eine Kaufoption in Höhe von 4 Millionen Euro gesichert.
Nzingoula wechselte vor dreieinhalb Jahren aus Orléans in die U19 der Elsässer. Über die zweite Mannschaft und eine Leihe nach Montpellier empfahl er sich für den Profikader, konnte sich dort aber bislang nicht nachhaltig durchsetzen. Der 16-fache U20-Nationalspieler Frankreichs kam in den vergangenen Monaten dreimal in der Conference League zum Einsatz und stand in allen Spielen der im Herbst ausgetragenen U20-WM bis zum Halbfinale auf dem Platz. In der Vergangenheit hat auch die Nationalmannschaft der Republik Kongo Interesse an ihm bekundet.
Höherklassige Erfahrung
Trotz seiner erst 20 Jahre kann Nzingoula bereits auf relevante Profierfahrung auf höchstem Niveau zurückblicken. Die Saison 2024/25, in der er zum ersten Mal nicht mehr für die U19 spielberechtigt war, absolvierte er direkt als Stammspieler in der Ligue 1 bei Absteiger Montpellier. Auch wenn bei seinem Leihverein fußballerisch nicht viel funktionierte, wusste Nzingoula zu überzeugen und zählte in einigen Defensivstatistiken sogar zu den besten jungen Spielern Europas. In den Top 5-Ligen teilte er sich bei der Anzahl der erfolgreichen Tacklings (nur U21-Spieler berücksichtigt) einen guten 9. Platz mit einem gewissen Nene Brown. Zudem belegte er nach der Hinrunde der vergangenen Saison europaweit den zweiten Platz unter allen U20-Mittelfeldspielern bei der Zahl der abgefangenen gegnerischen Pässe pro 90 Minuten.
Starker Balleroberer
Daran lässt sich gut erkennen, dass Nzingoula seine Stärken in der Balleroberung hat. Mit seinem guten Stellungsspiel und seiner hohen Intensität gegen den Ball zeigt er sich stets fleißig darin, das gegnerische Kombinationsspiel zu zerstören. Mindestens genauso gut wie seine Tacklings und seine abgefangenen gegnerischen Pässe, bei denen er letzte Saison ballbesitzbereinigt zum gehobenen Durchschnitt der Ligue 1 zählte, ist dabei seine Affinität zu Defensivzweikämpfen. Dank seiner starken Physis bewies er hier mit knapp 53 % Erfolgsquote seine Durchsetzungsfähigkeit, am Boden noch etwas mehr als in der Luft. Insgesamt war Nzingoula mit 11,1 Defensivaktionen pro 90 Minuten defensiv aktiver als 96 % aller defensiven und zentralen Mittelfeldspieler der Ligue 1.
Box-to-Box-Qualitäten
Die Qualitäten des 20-Jährigen beschränken sich aber nicht nur auf die Arbeit gegen den Ball. Nzingoula verfügt über eine gute Technik, die sich besonders in seiner Ballan- und -mitnahme zeigt. Nach Balleroberungen schirmt er den Ball geschickt vor dem Gegner ab und ermöglicht so oft einen schnellen Gegenstoß seines Teams oder provoziert zumindest einen Freistoß.
Nzingoula spult regelmäßig ein hohes Laufpensum ab und ist überall auf dem Feld zu finden. Die Zahl seiner Balleroberungen ist sowohl im eigenen Verteidigungsdrittel als auch im letzten Drittel auffällig hoch. Zudem verfügt er über exzellente Anlagen im Dribbling. Obwohl die offensiven Abläufe seiner Mannschaft ausbaufähig waren, hob er sich bei der Anzahl der progressiven Dribblings positiv vom Ligadurchschnitt ab. Den so erzielten Raumgewinn nutzte er gerne für Steckpässe hinter die gegnerische Abwehr, wobei nur 20 % der Spieler auf seiner Position häufiger solche Pässe spielten.
Ausbaufähiges Passspiel
Verbesserungspotenzial offenbarte der Mittelfeldmotor dagegen im geordneten Kombinationsspiel. Seine Passgenauigkeit zählte sowohl über kürzere als auch über längere Distanzen zu den schwächsten 6 % der Liga auf seiner Position. In ähnlichen Gefilden bewegte sich die Anzahl seiner erfolgreich gespielten progressiven Pässe. Da diese Zahlen wohl eher nicht auf technische Mängel zurückzuführen sind, liegt es nahe, dass sich Nzingoula bei der Entscheidungsfindung unter Gegnerdruck noch verbessern muss. Grundsätzlich sollten die Anlagen für ein sauberes Passspiel aber vorhanden sein, was sich auch an seinen besseren Werten in diesem Bereich bei der U20-WM letztes Jahr zeigt. Insgesamt ähnelt das Profil unseres Neuzugangs aber trotzdem eher dem von Castrop als denen von Markhiev oder Jander.
Mentalitätsspieler
Ähnlich wie Castrop scheint auch Nzingoula ein „aggressive leader“ zu sein. Neben den bereits thematisierten Aspekten zeigt sich das auch daran, dass der Franzose bislang in seiner Karriere eifrig Gelbe und Rote Karten sammelt. Insgesamt begeht er zwar nicht übermäßig viele Fouls, wenn er sich aber dazu gezwungen sieht, sind diese häufig direkt sanktionswürdig.
In seinen eigenen Worten fasste Nzingoula seine Saison bei Montpellier derweil so zusammen (Zitat nach Edition Krimmeri via X): „Es gibt Spieler im Team, die talentierter sind als ich, aber den Unterschied ausgemacht haben mein Einsatz, meine Hingabe und meine Ernsthaftigkeit im Training.“ Somit darf sich nun der Club auf einen Spieler freuen, der stets mit vollem Einsatz vorangeht.
Datenquellen: WyScout / X: @BeGriffis, FotMob, FootballEconomist, via X: @fbwonderkids, @fc_mossman
Autorin: Pausenpfiff
Bildquelle/Composing: FCN, Juwe



Der französische Castrop also.
Okay, eine Kaufoption über 4 Mio. Euro ist besser als nix. Man sichert sich etwas ab, falls für Markhiyev im Sommer ein Angebot reinkommt, welches man als Zweitligist halt einfach nicht ablehnen kann.
Da steckt schon ein bisschen Weitsicht drin in dieser Leihe mit Kaufoption. Nach dem Pausenpfiff-Check seh ich diesen Transfer jetzt eher neutral und bin gespannt auf Nzingoula. 😉
Leihe. Wieder eine. Macht für mich keinen Sinn. Das schafft für den Kader keinen Mehrwert.
Rabby klingt von den Daten her vielversprechend. Also hätte man den Spieler auch fest verpflichten können, wenn man von ihm überzeugt ist. Oder ist ein Kauf gar nicht geplant?
Naja, nichts ist unmöglich, aber für €4 Mio AK müsste der Spieler in den verbliebenen maximal 15 Spielen schon richtig begeistern – und dann auch noch zu uns wollen. Aber vielleicht bietet dann jemand € 6 Mio und wir haben den nächste Mini-Tzimas-Deal. Wie @Fränki richtig sagt: immerhin eine AK. Denken wir positiv. Immerhin hat Joti mal überhaupt etwas auf die Kette gebracht. Der kolportierte Stürmer aus Italien hat bei mir schon schlimmste Befürchtungen ausgelöst.
Was wir aktuell mehr Sorge bereitet ist, dass Jotis Mitarbeiter “flüchten”. Falls Klose nicht verlängert und Wiesinger geht – kann das auch mit dem Führungsverhalten Jotis zusammenhängen? Wenn der intern genauso unprofessionell kommuniziert, würde das niemanden wundern. Bischof wurde ja scheinbar auch geholt, weil er brav zuarbeitet und nicht in Erscheinung tritt. Ich hoffe, mein Gefühl trügt mich.
Sollte Klose tatsächlich nicht verlängern, gehen ihm die beiden wichtigsten Mitarbeiter von der Fahne – das kurz nacheinander! Da muss man einfach zwangsläufig die Frage stellen, die Du stellst.
Da Hecking am Ende seiner Zeit bei uns öfter mal den Diplomaten-Koffer daheim vergessen haben soll, ist davon auszugehen, dass der Aufsichtsrat ein derartiges Fehlverhalten nicht lange duldet. Denn das war wohl der wahre Grund für die Entlassung von Dieter Hecking.
Ja ich finde bei Rabby Nzingoula sind ein paar gute Eigenschaften dabei, mir gefällt Selbsterkenntnis “ich bin nicht der beste, aber kann es mir erarbeiten”, das ist schon mal eine super Vorraussetzung als Erkenntnis gerade in der hölzernen 2. Liga ist “erarbeiten” immer gut. Dann höherklassige Erfahrung und nicht wieder ein junger Spieler, der sich erstmal an Männerfußball gewöhnen muss. Und sollte er einschlagen, ich kann mir das durchaus vorstellen, wenn auch die Konkurrenz stark ist auf seiner Position, kann man sicher über die Kaufoption nochmal nachdenken oder nachverhandeln. Ich würde für die Verpflichung/Leihe auf jeden Fall ein OK vergeben 🙂 Bin auf die ersten Eindrücke auf dem Spielfeld gespannt..
Die Vorstellung und Analyse unseres neuen Spielers ging ja wieder sehr fix, Pausenpfiff! Vielen Dank!
Wenn er ein 1:1 Ersatz für Diop sein soll, dann ist er wohl in der Tat eher mit Castrop zu vergleichen.
Ich bin gespannt, ihn auch mal auf dem Platz zu sehen und wie ihn Miro noch besser macht. Ich glaube aber nicht, dass er schon am Freitag auf dem Platz stehen wird
Ich habe mir gerade überlegt, ob Klose ihn als RV anstatt Drexler testet? Da könnte er seine defensive Stärke zeigen und Drexler hat ja auch nicht so richtig überzeugt auf dieser Position und Kadosou ist noch nicht wieder fit.
Das sehe ich ohne Verletzungen im Mittelfeld auch als einzige realistische Position an, auf der Rabby als Startspieler zum Zug käme – falls es denn fit genug ist und Koudossou noch ein paar Wochen braucht, bis er den Fitnessrückstand aufgeholt hat. Wäre ja toll, wenn er uns dort dann direkt weiterhelfen würde.
Vielen Dank für die gewohnt gelungene Vorstellung!
Ein genauer Ersatz für Diop scheint er nicht zu sein, da liegt der Schwerpunkt eher auf den defensiven Qualitäten, aber der Vergleich mit Castrop passt scheinbar ganz gut. Rabby hat aber noch den Vorteil, körperlich robuster gebaut zu sein.
Ich finde allerdings, dass unser Pausenpfiff-Check im Gegensatz zum Clubfokus (der meine Erwartungen eher etwas gedämpft hat) ein wenig mehr offensives Potential verheißt. Auf dem Papier ein guter Neuzugang, mal sehen, ob wir mit der vertraglichen Regelung letztlich auch einen längerfristigen Nutzen haben werden…
Aber mir scheint, für den offensiven Part von Diop sollte/könnte noch etwas passieren.